Landkreis Gifhorn vergibt erneut 14 Stipendien für soziale und medizinische Berufe
Damit wird gezielt in die Zukunftsfähigkeit der regionalen Daseinsvorsorge investiert.
Der Landkreis Gifhorn setzt sein erfolgreiches Stipendienprogramm zur Sicherung der sozialen und medizinischen Versorgung fort. Für den Förderzeitraum ab 2025 wurden insgesamt 14 Stipendien an Studierende, Auszubildende sowie Schülerinnen und Schüler in sozialen und medizinischen Berufen vergeben. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten erhalten eine monatliche Förderung in Höhe von 400 Euro – bis zum Abschluss ihrer Ausbildung beziehungsweise ihres Studiums.
Gerade in ländlichen Regionen stellt die Sicherstellung einer wohnortnahen sozialen und medizinischen Versorgung eine zunehmende Herausforderung dar. Mit dem seit 2018 bestehenden Stipendienprogramm verfolgt der Landkreis Gifhorn das Ziel, engagierte Nachwuchskräfte frühzeitig zu unterstützen und langfristig an die Region zu binden. Damit wird gezielt in die Zukunftsfähigkeit der regionalen Daseinsvorsorge investiert.
Breites Förderspektrum für zentrale Berufsgruppen
Gefördert werden derzeit folgende Studien- und Berufsgruppen:
- Studierende der Humanmedizin
- Studierende der Hebammenwissenschaften
- Sozialpädagogische Assistentinnen und Sozialpädagogische Assistenten
- Erzieherinnen und Erzieher • Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner („Generalisten“) in der Gesundheits-, Kranken-, Alten- und Kinderkrankenpflege
- Pflegeassistentinnen und Pflegeassistenten
- Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter
- Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger
Voraussetzung für die Förderung ist eine persönliche Verbundenheit mit dem Landkreis Gifhorn oder die Bereitschaft, diese während der Förderzeit aufzubauen. Zudem verpflichten sich die Stipendiatinnen und Stipendiaten, nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung oder ihres Studiums für einen Zeitraum, der der Förderdauer entspricht, im Landkreis Gifhorn tätig zu sein.
34 Bewerbungen – Auswahl durch interdisziplinäre Kommission
Für den Förderzeitraum ab 2025 gingen insgesamt 34 Bewerbungen ein. Im Rahmen eines mehrstufigen Auswahlverfahrens stellten sich die Bewerberinnen und Bewerber den Fragen einer Kommission. Diese setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Politik, der Kreisverwaltung sowie der berufsbildenden Schulen und Bildungseinrichtungen zusammen.
Anna Fischer, Vorsitzende des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Integration sowie Mitglied der Auswahlkommission, betont: „Der Fachkräftemangel im sozialen und medizinischen Bereich ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Als Landkreis setzen wir mit dem Stipendium ein starkes Zeichen: Wir unterstützen Nachwuchskräfte schon während der Ausbildung und binden Kompetenz langfristig an unseren Landkreis. Damit investieren wir bewusst in die medizinische und soziale Versorgung hier vor Ort.“
Auch Silke Schröder, ebenfalls Mitglied des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Integration und Mitglied der Kommission, unterstreicht die Bedeutung des Programms: „Der Landkreis Gifhorn investiert bewusst in die Zukunft der sozialen Berufe und setzt durch die Stipendienvergabe ein starkes Zeichen der Anerkennung und Förderung im sozialen Bereich. Sie unterstützt gezielt Nachwuchskräfte, die mit ihrem Einsatz einen wichtigen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten und dadurch die soziale Infrastruktur in unserer Region stärken. Die Stipendien zeigen: Engagement, Verantwortung und Menschlichkeit werden im Landkreis wertgeschätzt und gezielt gefördert.“
Landrat Philipp Raulfs hebt zudem hervor, wie entscheidend es sei, insbesondere im medizinischen Bereich qualifizierte Nachwuchskräfte zu gewinnen und langfristig zu halten. Die frühzeitige Förderung während der Ausbildungs- und Studienzeit sei ein zentraler Baustein, um die Gesundheitsversorgung im Landkreis Gifhorn nachhaltig zu sichern.
„Ich studiere Humanmedizin in Göttingen. Für mich ist das Stipendium etwas Besonderes, da ich trotz des Studiums in Göttingen weiterhin einen engen Draht zum Landkreis Gifhorn habe und meine erste Famulatur, das ärztliche Praktikum, in einer Praxis in Gifhorn mache und so eine gute Einführung in den ärztlichen Alltag bekomme. Das gefällt mir sehr gut. Wenn ich das Stipendium drei Jahre beziehe, verpflichte ich mich, nach Studienabschluss mindestens drei Jahre als Arzt im Landkreis Gifhorn zu arbeiten“, sagt Stipendiat Laurens Relou.
Stipendiatin Yasamin Barikzai betont: „Ich mache eine Ausbildung zur Sozialpädagogischen Assistentin und befinde mich im zweiten Lehrjahr. Ich habe die Chance genutzt, mich für das Stipendienprogramm zu bewerben, da ich bereits allein wohne, viel nebenher gearbeitet habe und mich durch das Stipendium viel besser auf die Ausbildung fokussieren kann. Ich bin sehr dankbar für das Stipendium.“
„Ich mache die Quereinsteiger-Ausbildung in Teilzeit zur Sozialpädagogischen Assistentin. Ich war vorher selbstständige Friseurmeisterin und habe drei Kinder. Das Stipendium ermöglicht mir, einen neuen Weg einzuschlagen, um eine tolle Pädagogin für die Kinder werden zu können“, bilanziert Stipendiatin Mandy Linneweh.
Verteilung der 14 Stipendien ab 2025
Die vergebenen Stipendien verteilen sich wie folgt:
- Humanmedizin: 1 Stipendium
- Sozialpädagogische Assistentinnen und Sozialpädagogische Assistenten: 6 Stipendien
- Erzieherinnen und Erzieher: 1 Stipendium
- Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner („Generalisten“) in der Gesundheits-, Kranken-, Alten- und Kinderkrankenpflege: 4 Stipendien
- Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter: 2 Stipendien
Mit der erneuten Vergabe der Stipendien setzt der Landkreis Gifhorn ein deutliches Signal für die Stärkung der regionalen sozialen und medizinischen Infrastruktur und unterstreicht sein langfristiges Engagement für eine verlässliche Versorgung der Bürgerinnen und Bürger.