Ausgrabungen und Neuentdeckungen im Landkreis Gifhorn – ein Rückblick auf das Jahr 2025

Am 13. Januar findet der archäologische Jahresrückblick im Gifhorner Schloss statt. 

Bild vergrößern: Das Baufeld im Ortskern von Ehra-Lessien mit der Verfärbung eines Holzkastenbrunnens im Vordergrund. Bild: © Kreis- und Stadtarchäologie
Das Baufeld im Ortskern von Ehra-Lessien mit der Verfärbung eines Holzkastenbrunnens im Vordergrund.

Der traditionelle Jahresrückblick der Kreis- und Stadtarchäologie Gifhorn richtet das Augenmerk wieder auf die archäologischen Aktivitäten und Neuentdeckungen der vergangenen Monate. Die Veranstaltung findet am 13. Januar 2026 um 19 Uhr im Rittersaal des Gifhorner Schlosses statt. Der Vortrag wird auch im Internet übertragen.

Auch im zurückliegenden Jahr war die Archäologie wieder bei verschiedenen Baumaßnahmen in der Stadt und im Landkreis Gifhorn gefragt. So wurden bei den Bauarbeiten für die Umgestaltung der Dorfmitte in Ehra-Lessien zwei Brunnen näher untersucht. Die archäologischen Funde und die naturwissenschaftliche Datierung der Brunnenhölzer führen zurück in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts. Weiterhin wird über archäologische Untersuchungen in Steinhorst und in Müden (Aller) berichtet.

Die erste Jahreshälfte war darüber hinaus durch die Vorbereitungen für die Ausstellung „SteinZeit“ geprägt, die vom 10. Mai bis zum 22. Juni im Kavalierhaus in Gifhorn zu sehen war. Die Ausstellung gab einen Einblick in die Sammlung des 2022 verstorbenen Hobbyarchäologen Peter Deecke aus Braunschweig, der rund 40.000 Fundstücke von mehr als 130 Fundstellen aus dem Landkreis zusammengetragen hat. Bei der Sichtung der Funde kam so manche Überraschung zum Vorschein – und dabei keineswegs nur Steinzeitliches. Im September wurde zudem mit dem „Tag des offenen Schlosses“ das 500-jährige Jubiläum des Gifhorner Schlosses gefeiert. Anlässlich des Geburtstages wurden alte Unterlagen und archäologischen Funde aus dem Schlossbereich noch einmal genauer unter die Lupe genommen – mit zum Teil erstaunlichen Ergebnissen.

Bild vergrößern: Löwenfibel des 10./11. Jh. aus Jembke. Finder: M. Ochmann, Jembke. Bild: © Bernhard Schürmann, Gifhorn
Löwenfibel des 10./11. Jh. aus Jembke. Finder: M. Ochmann, Jembke.

Eine „archäologische Wundertüte“ sind wie in jedem Jahr die Neufunde, die zufällig bei Erdarbeiten oder mehr oder weniger gezielt durch die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern der Kreis- und Stadtarchäologie entdeckt werden. Hierzu gehörten 2025 unter anderem mehrere frühmittelalterliche Scheibenfibeln, eine Löwenfibel des 10./11. Jahrhunderts und ein Spielwürfel aus Blei, der vermutlich aus dem 16./17. Jahrhundert stammt. Besonders rätselhaft sind mehrere durchlochte Stein-Anhänger, über deren Datierung und Funktion nur spekuliert werden kann.

Der Eintritt zu der Veranstaltung, die von der Kreis- und Stadtarchäologie Gifhorn in Zusammenarbeit mit der Archäologischen Arbeitsgemeinschaft im Museums- und Heimatvereins Gifhorn e. V. organisiert wird, ist wie immer frei.

Hier geht es zur Zoom-Übertragung.

Meeting-ID: 899 7185 8723
Kenncode: 063905

Der letzte Vortrag der Veranstaltungsreihe findet am 10. Februar 2026 im Hotel „Zur Linde“ in Hankensbüttel statt.

07.01.2026