KIZS-GENIAL sucht Unterstützung für die Weiterführung in Gifhorn und Isenbüttel

Es handelt sich bei dem Projekt um einen bundsweit wegweisenden Ansatz.

Bild vergrößern: Eine Frau berät eine Familie in einem Büro. Bild: © Photographee.eu – stock.adobe.com
In Gifhorn und Isenbüttel wurde im Rahmen des Projekts erstmals eine Gesundheitslotsin direkt in die Kinderarztpraxis integriert, ein deutschlandweit wegweisender Ansatz.

Manchmal kommen Familien an ihre Grenzen und kommen ohne Hilfe von außen nicht mehr klar. Das spüren auch Kinderarztpraxen. Sie erleben immer mehr Kinder und Jugendliche, die, neben einer medizinischen Behandlung, psychosoziale Beratung brauchen. Hier stoßen Ärztinnen und Ärzte an ihre Grenzen. Der Zugang zu Hilfsangeboten ist komplex, bürokratisch und für viele Familien kaum zu bewältigen, so ihre Erfahrung.

Das Pilotprojekt „KIZS-GENIAL – Kinder zusammen stärken: Gesunde Entwicklung in allen Lebenslagen“ setzt genau hier an. In Gifhorn und Isenbüttel wurde im Rahmen des Projekts erstmals eine Gesundheitslotsin direkt in die Kinderarztpraxis integriert, ein deutschlandweit wegweisender Ansatz. Er wird seit zwei Jahren als befristetes Projekt vom niedersächsischen Sozialministerium im Rahmen der Gesundheitsregion Gifhorn gefördert.

Im Rahmen des Projektes arbeitet die Gesundheitslotsin Hand in Hand mit den Ärztinnen und Ärzten. Der Zugang zur Beratung erfolgt ohne Umwege direkt in der Kinderarztpraxis. Hürden und lange Wartezeiten fallen weg. Eine wissenschaftliche Begleitung und Evaluation sichern die Qualität des Projektes.

Seit dem Start in Gifhorn im April 2024 wurden bereits mehr als 200 Familien begleitet, viele davon mit komplexen sozialen oder gesundheitlichen Belastungen. Die Erfahrung mit dem Beratungsangebot, so zeigt es eine Abfrage bei den Familien, ist durchweg positiv. Mehr als 80 Institutionen aus der Region zählen inzwischen zum Netzwerk von KIZS-GENIAL. Sie unterstützen Familien, die durch finanzielle Sorgen, Krankheit, Sprachbarrieren oder andere Belastungen in schwierige Lebenslagen geraten.

Das Pilotprojekt läuft bis Ende Dezember 2025. Weitere Fördermittel sind vom Land nicht vorgesehen. Um die erfolgreiche Arbeit fortsetzen zu können, wird dringend finanzielle Unterstützung benötigt. Pro Jahr kostet diese Arbeit 40.000 Euro. Die Kinderarztpraxen tragen bereits Eigenanteile durch Bereitstellung von Räumen, IT und organisatorischer Ressourcen – doch für eine dauerhafte Umsetzung reicht dies nicht aus.

Im Rahmen eines „Runden Tisches KIZS-GENIAL“ kamen kürzlich Projektbeteiligte und Sozialdezernent Rolf Amelsberg zusammen, um über die Fortführung der Maßnahme zu diskutieren. Mit der Egon Gmyrek Stiftung hat KIZS-GENIAL bereits einen starken Partner an seiner Seite. Ab 2026 wird die Stiftung einen Teil der laufenden Kosten übernehmen. Um das Beratungsangebot fortführen zu können, braucht es jedoch weitere Spendengelder. Dafür ist ein Spendenkonto eröffnet worden, so Martin Wrasmann vom Caritasverband für Stadt und Landkreis Gifhorn. Die IBAN erhalten Spenderinnen und Spender auf der Website www.caritas-gifhorn.de. Der Verwendungszweck lautet KIZS-GENIAL.

Auskunft zum Projekt erteilt Gesundheitslotsin Jutta Nebig, KIZS-GENIAL@kinderarzt-gifhorn.de, Telefon: 0151 70044236.

Hintergrund: Im Rahmen der Gesundheitsregion Gifhorn werden bereits seit 2014 zahlreiche Maßnahmen und innovative Projekte zur Verbesserung der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung sowie zur Gesundheitsförderung und Prävention in unserem Landkreis umgesetzt und erprobt. Das Projekt KIZS-GENIAL ist dabei eines von insgesamt fünf Projekten, die in unserer Gesundheitsregion vom landesweiten Lenkungsgremium gefördert wurden. Weitere Informationen zur Gesundheitsregion Gifhorn erhalten Interessierte unter https://www.gesundheitsregionen-nds.de/gifhorn.

27.11.2025