Landkreis Gifhorn prüft Anschluss an regionale Leitstellenstrukturen
Ziel: Die Strukturen der Leitstelle auf ein neues Niveau zu heben und nachhaltig zukunftssicher aufzustellen.
Der Landkreis Gifhorn wird in den kommenden Monaten prüfen, ob die kreiseigene Feuerwehrund Rettungsleitstelle an eine größere integrierte Regionalleitstelle angebunden werden soll. Denkbar wäre ein möglicher Beitritt zur Regionalleitstelle Braunschweig/Wolfenbüttel/Peine oder Wolfsburg/Helmstedt. Verantwortliche der umliegenden Leitstellen hatten dem Landkreis bereits im Jahr 2024 unabhängig voneinander angeboten, ihrer jeweils etablierten und erfolgreich arbeitenden Struktur beizutreten. Eine erste Sondierung der Optionen hat nun vielversprechende Ergebnisse erbracht.
Der Landkreis Gifhorn betreibt derzeit eine gemeinsame integrierte Feuerwehr- und Rettungsleitstelle auf Grundlage des Niedersächsischen Brandschutzgesetzes sowie des Niedersächsischen Rettungsdienst- und Katastrophenschutzgesetzes. Die Leitstelle ist unter anderem über die Notrufnummer 112 erreichbar und gewährleistet rund um die Uhr die gezielte Alarmierung, Lenkung und Führung aller im öffentlichen Rettungsdienst sowie im Brandschutz und in der Hilfeleistung eingesetzten Fahrzeuge und Kräfte im gesamten Kreisgebiet. Seit Anfang 2020 erfolgt dies in einem virtuellen Leitstellenverbund mit den Landkreisen Celle, Uelzen sowie Lüchow-Dannenberg.
Dazu Landrat Philipp Raulfs: „Der Schutz der Bürgerinnen und Bürger hat für mich höchste Priorität. Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse und globaler Krisen gilt es, die Fähigkeiten der Einsatzkräfte sowie die Krisenstrukturen des Landkreises weiter zu stärken. Die vorliegenden Offerten verdienen daher – unabhängig von der bislang guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit unseren Verbundpartnern – eine eingehende Prüfung. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob sich durch eine enge Kooperation mit Wolfsburg oder Braunschweig unsere Leistungsfähigkeit weiter steigern lässt.“
Zur fachlichen Bewertung wurde eine Arbeitsgruppe aus Expertinnen und Experten der Kreisverwaltung eingerichtet. Diese arbeitet im engen Dialog mit den Bedarfsträgerinnen und -trägern, darunter die Kreisfeuerwehr sowie die Rettungsdienste. Der Landkreis greift damit einen landesweiten Trend auf: Immer mehr Träger von Feuerwehr- und Rettungsdienstleistungen führen Gespräche mit benachbarten Kommunen, um Ressourcen zu bündeln und größere, gemeinsam genutzte Leitstelleneinheiten zu schaffen.
Für den Prüfprozess wurden verbindliche strategische Leitplanken festgelegt: Regionale Anforderungen des Landkreises Gifhorn bleiben gewahrt; das eigene Personal wechselt im Falle einer Entscheidung in die jeweilige integrierte Regionalleitstelle. Die betroffenen Mitarbeitenden behalten ihre bisherigen arbeitsrechtlichen Konditionen (Anstellung und Vergütung). Ziel ist ein Mehr an Service und Leistungen bei gleichzeitig höherer Betriebs- und Kostensicherheit. Die Kooperationspartner agieren bei gemeinsamer Nutzung einer Leitstelle auf Augenhöhe.
„Unser Leitstellenteam hat seine Leistungsfähigkeit in der Vergangenheit eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Dafür gilt allen Mitarbeitenden mein ausdrücklicher Dank“, so Raulfs weiter. „Im Rahmen unserer Schwerpunktsetzung zur Stärkung des Zivil- und Katastrophenschutzes haben wir nun die Chance, die Strukturen unserer Leitstelle auf ein neues Niveau zu heben und nachhaltig zukunftssicher aufzustellen.“