Neue Verstärkung für die hausärztliche Versorgung in Hankensbüttel
Halina Ebel nimmt Tätigkeit in der Praxis Wiederhöft auf.
Die hausärztliche Versorgung in der Samtgemeinde Hankensbüttel erhält wertvolle Unterstützung: Mit Halina Ebel hat die Praxis von Dr. Vivien Wiederhöft eine engagierte neue Kollegin gewonnen. Die Medizinerin bringt nicht nur fachliche Kompetenz mit, sondern kennt den Landkreis Gifhorn bereits seit mehreren Jahren durch ihre Teilnahme am Medizin- Mentoring-Programm des Landkreises. Dort gehörte sie zu den jungen Ärztinnen und Ärzten, die durch erfahrene Medizinerinnen und Mediziner begleitet wurden und frühzeitig Einblicke in die ambulante Medizin im ländlichen Raum erhielten.
Versorgungssicherheit wird gestärkt
Die Aufnahme ihrer Tätigkeit ist ein wichtiger Schritt für die langfristige Sicherung der wohnortnahen medizinischen Versorgung in der Region. Gerade in ländlichen Räumen ist die Gewinnung von Ärztinnen und Ärzten von großer Bedeutung. Dass Halina Ebel nun die Praxis von Frau Dr. Wiederhöft unterstützt, stärkt die Versorgungssicherheit für die Patientinnen und Patienten und sorgt zugleich für eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Praxisstandortes.
Dr. Vivien Wiederhöft freut sich über die personelle Verstärkung: „Ich freue mich sehr, Frau Ebel in unserer Praxis begrüßen zu dürfen. Gerade in der hausärztlichen Versorgung ist eine vertrauensvolle und kontinuierliche Betreuung der Patientinnen und Patienten von großer Bedeutung. Mit Frau Ebel gewinnen wir eine engagierte und kompetente Kollegin, die unser Team fachlich und menschlich hervorragend ergänzt. Gemeinsam können wir die Versorgung in Hankensbüttel weiter stärken und unser Angebot langfristig zukunftssicher aufstellen.“
Die Tätigkeit von Halina Ebel wurde zudem durch das Förderprogramm des Landkreises Gifhorn zur Niederlassung und Gewinnung von Ärztinnen und Ärzten unterstützt. Ergänzend begleitete die Gesundheitsregion Gifhorn den Prozess. Das Zusammenspiel aus kommunaler Förderung, medizinischem Netzwerk und persönlichem Engagement zeigt beispielhaft, wie eine nachhaltige Sicherung der Gesundheitsversorgung gelingen kann.
Medizin-Mentoring und Förderangebote zeigen Erfolge
Dr. Klaus-Achim Ehlers, Kreisstellenvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), Bezirksstelle Braunschweig, begrüßt die Tätigkeitsaufnahme ausdrücklich: „Die Entscheidung von Halina Ebel, ihre ärztliche Tätigkeit in Hankensbüttel aufzunehmen, ist ein starkes Signal für die ambulante Versorgung im Landkreis Gifhorn. Jede Ärztin und jeder Arzt, die sich für den ländlichen Raum entscheiden, leisten einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit unseres Gesundheitswesens. Für die Praxis von Frau Dr. Wiederhöft und für die Patientinnen und Patienten ist dies ein großer Gewinn.“
Auch Kreisrat und Gesundheitsdezernent Rolf Amelsberg hebt die Bedeutung der Entwicklung hervor: „Es freut mich sehr zu sehen, dass sich die Investitionen des Landkreises in die Nachwuchsförderung auszahlen. Halina Ebel ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie die Unterstützung durch das Medizin-Mentoring und unsere Förderangebote dazu beitragen können, qualifizierte Ärztinnen und Ärzte für den Landkreis Gifhorn zu gewinnen. Davon profitieren die Menschen vor Ort unmittelbar.“
Henning Evers, Bürgermeister der Samtgemeinde Hankensbüttel, betont die Bedeutung für die Region: „Die hausärztliche Versorgung ist ein zentraler Baustein der Lebensqualität in unserer Samtgemeinde. Deshalb freue ich mich außerordentlich, dass Frau Ebel unsere medizinische Infrastruktur verstärkt. Die Unterstützung der Praxis von Frau Dr. Wiederhöft sichert eine hochwertige Versorgung und ist zugleich ein positives Zeichen für die Zukunft unseres Gesundheitsstandortes.“
Mit dem Start von Halina Ebel in der Praxis von Frau Dr. Wiederhöft zeigt sich einmal mehr, dass die gezielte Förderung medizinischen Nachwuchses, starke regionale Netzwerke und attraktive Rahmenbedingungen entscheidende Erfolgsfaktoren für die Sicherung der Gesundheitsversorgung im Landkreis Gifhorn sind. Die Verantwortlichen im Landkreis, in der Gesundheitsregion und in der kommunalen Familie sehen darin ein ermutigendes Beispiel für die erfolgreiche Gewinnung von Ärztinnen und Ärzten für den ländlichen Raum.
Interview mit Halina Ebel
Frau Ebel, Sie haben bereits während Ihrer Ausbildung am Medizin-Mentoring-Programm des Landkreises Gifhorn teilgenommen. Welche Erfahrungen aus dieser Zeit haben Sie besonders geprägt und wie haben sie Ihre Entscheidung beeinflusst, im Landkreis Gifhorn tätig zu werden?
Durch das Mentoring-Programm konnte ich früh viele Ärztinnen und Ärzte aus der Region sowie unterschiedliche Praxen und Arbeitsweisen kennenlernen. Diese Kontakte erleichterten mir später den Zugang zu Famulaturen und weiteren praktischen Tätigkeiten. So konnte ich an mehreren Standorten Erfahrungen sammeln und meinen eigenen ärztlichen Stil entwickeln. Meine erste Mentorin war Frau Dr. Kuba, die das Programm damals mit ins Leben gerufen hat. Sie war für mich ein großes Vorbild, verstand meine Situation als Medizinstudentin und Mutter von drei Kindern sehr gut und gab mir viele wertvolle Ratschläge. Leider ist sie inzwischen verstorben, aber sie hat mich nachhaltig geprägt und meinen beruflichen Weg im Landkreis mit beeinflusst.
Was hat Sie an der Praxis von Frau Dr. Wiederhöft und am Standort Hankensbüttel besonders überzeugt?
Frau Dr. Wiederhöft und ich kennen uns bereits aus dem Studium. Wir waren damals beide Studentinnen; sie war mir ein Stück voraus und hat mich schon zu dieser Zeit unterstützt. Später durfte ich auch fachlich sehr viel von ihr lernen. Wir ticken beruflich sehr ähnlich: Wir haben beide einen sehr hohen Anspruch an unsere Arbeit und an die medizinische Qualität, arbeiten leitlinienorientiert und bilden uns regelmäßig fort. Wir können uns bedingungslos aufeinander verlassen und ergänzen uns durch unsere Erfahrungen unter anderem in der Notfallmedizin und Pädiatrie sehr gut. Deshalb kann ich mir eine langfristige gemeinsame Zukunft mit ihr hervorragend vorstellen. Hankensbüttel bietet uns die Möglichkeit, genau die Hausarztmedizin zu leben, die uns wichtig ist: Menschen und ganze Familien langfristig zu begleiten und eine verlässliche, wohnortnahe Versorgung anzubieten. Was mir besonders aufgefallen ist: Die Menschen in Hankensbüttel sind unglaublich herzlich und offen – ich wurde vom ersten Tag an sehr freundlich aufgenommen und habe mich sofort willkommen gefühlt.
Welche Aspekte der hausärztlichen Tätigkeit begeistern Sie am meisten, und worauf freuen Sie sich in der Zusammenarbeit mit den Patientinnen und Patienten vor Ort besonders?
Mich begeistert die enorme Bandbreite der Allgemeinmedizin – von der Vorsorge und Behandlung kleiner Kinder bis zur Begleitung im hohen Alter. Kinder liegen mir besonders am Herzen: Ich bin ausgebildete Ergotherapeutin, Mutter von drei Kindern und habe während meiner ärztlichen Weiterbildung zusätzlich etwa zweieinhalb Jahre Dienste in einer Kinderklinik übernommen, um möglichst viel pädiatrische Erfahrung zu sammeln. Frau Dr. Wiederhöft und ich möchten die Praxis sehr breit aufstellen. Neben der klassischen hausärztlichen Versorgung teilen wir ein besonderes Interesse an der Dermatologie. Wir haben uns intensiv in der Lasermedizin weitergebildet, verfügen über die erforderlichen Qualifikationen und werden moderne Laserbehandlungen anbieten, mit denen sich auch ausgewählte Hauterkrankungen behandeln lassen.
Der Landkreis Gifhorn unterstützt die Gewinnung und Niederlassung von Ärztinnen und Ärzten durch verschiedene Förderangebote. Welche Bedeutung hatten diese Unterstützungsangebote für Ihren beruflichen Weg?
Ich bin sehr dankbar, dass der Landkreis diese Unterstützung anbietet. Eine Niederlassung ist mit hohen Investitionen und einem wirtschaftlichen Risiko verbunden; Förderangebote erleichtern diesen Schritt und zeigen zugleich, dass junge Ärztinnen und Ärzte hier ausdrücklich willkommen sind. Voraussichtlich werden wir jedoch nicht alle Fördermöglichkeiten vollständig in Anspruch nehmen können. Wegen des neuen GKV-Spargesetzes und der damit verbundenen wirtschaftlichen Unsicherheiten müssen wir unsere Investitionen besonders sorgfältig planen und priorisieren.
Wenn Sie einen Blick in die Zukunft werfen: Welche Ziele haben Sie für Ihre Tätigkeit in Hankensbüttel und welche Rolle spielt für Sie eine wohnortnahe medizinische Versorgung im ländlichen Raum?
Unser Ziel ist eine moderne, persönliche und breit aufgestellte hausärztliche Versorgung. Besonders wichtig sind uns Prävention und eine kontinuierliche Betreuung – bildlich gesprochen von null bis hundert. Wenn man Patientinnen und Patienten über viele Jahre kennt, lassen sich Veränderungen früher einordnen, Risiken besser einschätzen und Untersuchungen gezielter einsetzen. So können unnötige Diagnostik und im besten Fall auch Krankenhausaufenthalte vermieden werden. Diese Kontinuität ist eine große Stärke der Hausarztmedizin. Gleichzeitig möchten wir die Praxis stetig weiterentwickeln und sinnvolle neue medizinische Möglichkeiten integrieren.
Welchen Rat würden Sie Medizinstudierenden oder jungen Ärztinnen und Ärzten geben, die überlegen, ihre berufliche Zukunft in einer ländlichen Region aufzubauen?
Man braucht Biss, Neugier und die Bereitschaft, auch einmal mehr zu tun, als unbedingt erforderlich ist. Ich rate dazu, sich in Studium und Weiterbildung möglichst breit aufzustellen, verschiedene Bereiche kennenzulernen und aktiv einzufordern, lernen und selbst tätig werden zu dürfen. Ich hatte das große Glück, von hervorragenden Oberärztinnen und Oberärzten, Chefärztinnen und Chefärzten, Weiterbildenden sowie Kolleginnen und Kollegen zu lernen. Mein wichtigster Rat lautet: Vernetzen Sie sich. Gerade im ländlichen Raum sind gute Kontakte besonders wertvoll. Niemand kann alles wissen; entscheidend ist, Menschen zu kennen, mit denen man sich austauschen kann und die man bei schwierigen Fragen anrufen darf.