Online-Petition zum Erhalt der LEADER-Förderung

Millionenschweres Förderprogramm für den ländlichen Raum steht auf der Kippe.

Bild vergrößern: Burg Brome. Bild: © Hilda Weges – stock.adobe.com
Ohne die LEADER-Förderung wären viele Einzelmaßnahmen an der Burg Brome, im OTTER-Zentrum, an der Wassermühle in Wahrenholz oder an unzähligen Einrichtungen für die Dorfgemeinschaften nicht finanzierbar gewesen.

Gerade erst die Hälfte der aktuellen EU-Förderperiode 2023 bis 2027 ist vergangen und schon bahnen sich in Brüssel erste Weichenstellungen auf dem Weg zur nächsten Förderphase an. Und diese bedeuten für das Förderprogramm LEADER und die ländliche Entwicklung, wozu auch die gerne in Anspruch genommene Förderung der Dorferneuerung zählt, zunächst nichts Gutes. Verantwortliche in der EU-Kommission sind sich zwar der Bedeutung des LEADERProgrammes für den Ländlichen Raum – und zwar der Bürgernähe, die Vernetzung von Akteuren und der Möglichkeit, neue Denk- und Handlungsansätze zu wagen – bewusst. Dennoch hat der für den ländlichen Raum so essenzielle Förderbereich bisher keinen festen Platz in den längerfristigen Finanzplänen gefunden.

Doch was bedeutet ein Wegfall der LEADER-Förderung für den ländlichen Raum konkret?

Für den Landkreis Gifhorn lässt sich dies an den Erfolgen der drei Lokalen Aktionsgruppen im Kreisgebiet (Nachhaltigkeitsregion Isenhagener Land, Südkreis Gifhorn und Lachte-Lutter-Oker) festmachen. Im nördlichen Kreisgebiet arbeiten die Kommunen schon seit 25 Jahren eng zusammen, um Fördermittel in die Region zu holen. Ohne die LEADER-Förderung wären viele Einzelmaßnahmen im OTTER-Zentrum, an der Burg Brome, an der Wassermühle in Wahrenholz oder an unzähligen Einrichtungen für die Dorfgemeinschaften nicht finanzierbar gewesen. Auch im Südkreis Gifhorn und der Region Lachte-Lutter-Oker sind mit den Förderprogrammen ZILE und LEADER schon wichtige Prozesse angeschoben worden, und lukrative Fördermöglichkeiten haben sich für die Kommunen und Vereine der Regionen eröffnet.

Was wissen wir bereits über die zukünftige Förderlandschaft ab dem Jahr 2028?

Bislang sind die Förderprogramme der ländlichen Entwicklung im europäischen Landwirtschaftsfonds (ELER) verankert. Dort droht die ländliche Entwicklung ab 2028 zugunsten einer Vereinfachung der Förderlandschaft herauszufallen. Bisher ist unklar, an welcher Stelle die ländliche Entwicklung in Zukunft ihren Platz finden wird. Sie könnte gebündelt mit vielen weiteren Themen in einer großen Fondsstruktur aufgehen. Als wichtige Zukunftsthemen gelten nach jüngsten Verlautbarungen die Verteidigung und die Energiewende. Da die öffentlichen Haushalte in den nächsten Jahren den Gürtel sicherlich enger schnallen müssen, drohen Einschnitte in den Bereichen, die bisher als selbstverständlich gesetzt waren. Entsprechend ist auch nicht zu erwarten, dass Kommunen ein mögliches Wegfallen von EU-Fördergeldern kompensieren können. Leidtragende könnten insbesondere ehrenamtlich Aktive in Vereinsstrukturen sein, denen es schwerer fallen könnte, Gelder für Ihre Projekte zusammenzutragen. Weiterhin wäre damit zu rechnen, dass der ländliche Raum wieder einmal abgehängt wird und die Angleichung der Lebensverhältnisse in weite Ferne rückt.

Damit es nicht so weit kommt, hat die Europäische LEADER-Vereinigung ELARD eine OnlinePetition gestartet. Mit ihr soll es gelingen, dass der LEADER-Ansatz auch in Zukunft stabil und ausreichend mit Fördermitteln ausgestattet ist. Die Petition läuft noch bis zum 6. Juni 2025 und ist unter https://elard.eu/petition_de/ zu finden. Mitmachen lohnt sich, denn ländliche Gebiete verdienen es, gehört zu werden.

Weitere Informationen sind erhältlich über die Stabsstelle Regionalentwicklung des Landkreises Gifhorn:
Jörg Burmeister-Wegner
Schlossplatz 1
38518 Gifhorn
E-Mail: Joerg.Burmeister@gifhorn.de
Telefon: 05371 82-404

21.05.2025