Philipp Hanf erhält die Medaille für vorbildliche Dienste um den Nächsten
Der Hankensbütteler ist eine wichtige Stimme im öffentlichen Diskurs über das Leben mit ALS.
Ministerpräsident Olaf Lies hat Philipp Hanf aus Hankensbüttel die Medaille für vorbildliche Dienste um den Nächsten verliehen. Landrat Philipp Raulfs hat ihm diese Auszeichnung am 01.09.2026 im Hotel "Alte Mühle" in Weyhausen im Rahmen einer Feierstunde überreicht.
Philipp Hanf, geboren 1969 in Celle und aufgewachsen in Hankensbüttel, engagierte sich bereits seit seinem zwölften Lebensjahr mit großer Beständigkeit im HSV Hankensbüttel. Er setzte sich überwiegend im Hintergrund ein und übernahm dabei lieber konkrete Aufgaben als offizielle Funktionen. So organisierte er beispielsweise Turniere, leitete Trainingseinheiten, motivierte und unterstützte andere dabei, Sportarten wie Tennis oder Fußball zu erlernen. Dieses langjährige ehrenamtliche Wirken mündete in seiner Tätigkeit als Erster Vorsitzender in den Jahren 2019 bis 2025, in der er den Verein nachhaltig prägte und insbesondere den Neubau der Vereinsanlagen maßgeblich vorantrieb.
Im Jahr 2017 erfuhr sein Leben eine tiefgreifende Zäsur durch die Diagnose der unheilbaren Erkrankung Amyotrophe Lateralsklerose (ALS). Die damit verbundene prognostizierte Lebenserwartung von zweieinhalb Jahren bedeutete einen erheblichen Einschnitt, führte jedoch zugleich zu einer intensiven Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen. Philipp Hanf wandte sich neben der Schulmedizin auch alternativen Ansätzen zu und hielt seine Gedanken und Erfahrungen fest, was ihn zur Veröffentlichung seines Buches "Wer stirbt denn nicht?" im Jahr 2021 veranlasste.
In der Folge entwickelte sich Philipp Hanf zu einer wichtigen Stimme im öffentlichen Diskurs über das Leben mit ALS. Durch zahlreiche Beiträge in Podcasts, Radiosendungen, Zeitschriften und Fernsehformaten sowie durch seine Präsenz in sozialen Netzwerken erreicht er seit 2021 eine breite Öffentlichkeit. Mit bemerkenswerter Offenheit und persönlicher Stärke berichtet er über seine Erkrankung, vermittelt Lebensmut und unterstützt sowohl Betroffene als auch deren Angehörige.
Sein Engagement im Bereich der Unterstützung von ALS-Erkrankten vertiefte Philipp Hanf ab 2022 durch seine aktive Mitwirkung bei der Krzysztof-Nowak-Stiftung, die sich seit mehr als zwei Jahrzehnten für Menschen einsetzt, die infolge der Erkrankung in finanzielle Not geraten. Seit 2025 bringt er seine Erfahrungen zudem im Vorstand von ALS-Mobile e. V. ein, wo er sich mit großem persönlichem Einsatz für die Belange von Betroffenen engagiert. Durch seine Teilnahme an Veranstaltungen sowie im direkten Austausch mit Erkrankten und deren Familien trägt er maßgeblich zur Aufklärung und Sensibilisierung in der Gesellschaft bei. Philipp Hanf verbindet in besonderer Weise persönliche Betroffenheit mit einem kontinuierlichen und vielseitigen Engagement für andere Menschen. Sein Wirken erstreckt sich von langjähriger Vereinsarbeit hin zu einem außergewöhnlichen Einsatz im sozialen Bereich, insbesondere im Umgang mit einer schweren Erkrankung.