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Projekt „Bin ich auch noch klein – Bewegung muss sein“ wissenschaftlich vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf untersucht

Das Ergebnis: Die Grobmotorik der Kinder verbessert sich. 

Bild vergrößern: Bei der Vorstellung der Studienergebnisse (von links): Roy Präger vom VfL Wolfsburg, Marleen Stridde von der Audi BKK, Studienkoordinatorin Melanie Lemke vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Landrat Philipp Raulfs, Miroslav Jenka, Trainer bei den Grizzlys, Projektleiterin Janine Ahrends von der Gesundheitsförderung und Prävention des Landkreises Gifhorn, Norbert Blyszcz, Vorstandsmitglied der Young Grizzlys Wolfsburg, Nele Westphal, Fachbereichsleiterin Kinder, Jugend und Familie beim Kreisverband Gifhorn des Deutschen Roten Kreuzes, und Kreisrat und Gesundheitsdezernent Rolf Amelsberg. Landrat Philipp Raulfs hält das Maskottchen Tobi des Bewegungsprojekts in den Händen. Bild: © Landkreis Gifhorn
Bei der Vorstellung der Studienergebnisse (von links): Roy Präger vom VfL Wolfsburg, Marleen Stridde von der Audi BKK, Studienkoordinatorin Melanie Lemke vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Landrat Philipp Raulfs, Miroslav Jenka, Trainer bei den Grizzlys, Projektleiterin Janine Ahrends von der Gesundheitsförderung und Prävention des Landkreises Gifhorn, Norbert Blyszcz, Vorstandsmitglied der Young Grizzlys Wolfsburg, Nele Westphal, Fachbereichsleiterin Kinder, Jugend und Familie beim Kreisverband Gifhorn des Deutschen Roten Kreuzes, und Kreisrat und Gesundheitsdezernent Rolf Amelsberg. Landrat Philipp Raulfs hält das Maskottchen Tobi des Bewegungsprojekts in den Händen.

Das Projekt „Bin ich auch noch klein – Bewegung muss sein“, das seit 2018 im Landkreis Gifhorn in variierenden Kindertagesstätten (Kitas) jeweils für sechs Monate durchgeführt wird, wurde erstmals wissenschaftlich untersucht. Das Ergebnis: Die Grobmotorik der Kinder verbessert sich. „Wir haben festgestellt, dass sich das Bewegungsförderungsprogramm positiv auf die Entwicklung der Grobmotorik von Kindergartenkindern im Alter von drei bis sechs Jahren auswirkt. Es gab statistisch signifikante Verbesserungen. Auch die Eltern haben bestätigt, dass sich die Bewegungsfunktionen der Kinder im Alltag verbessert haben“, bilanziert Studienkoordinatorin Melanie Lemke vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Die Studie unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Susanne Klotz wurde in das Deutsche Register Klinischer Studien (DRKS), das von der WHO anerkannte Primärregister für Deutschland, eingetragen.

Bis heute wurden mit dem Projekt zwölf Kindergärten und 780 Kindergartenkinder erreicht 

Melanie Lemke hat zusammen mit wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des UKE von September 2025 bis Januar 2026 in vier Kitas des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Landkreis Gifhorn 216 Drei- bis Sechsjährige untersucht, die an dem Projekt „Bin ich auch noch klein – Bewegung muss sein“ teilgenommen haben. Es handelt sich um die DRK-Kitas in Schönewörde, Wesendorf, Meinersen und Hillerse. Die Kinder mussten zum Beispiel seitlich hinund herspringen und einen Sprung aus dem Stand absolvieren. Wissenschaftliche Grundlage war das Karlsruher Motorik-Screening für Kindergartenkinder – ein wissenschaftlich fundiertes Diagnoseverfahren, das speziell für den Kindergarten von Klaus Bös entwickelt wurde. Es dient dazu, die motorische Leistungsfähigkeit und den Entwicklungsstand von Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren schnell und unkompliziert zu erfassen.

Im Fokus standen die Fragen:

  • Wie entwickeln sich die Kinder unter dem Einfluss des Programms? 
  • Hat die Freude an Bewegung zugenommen?
  • Wie bewerten die Eltern die Fortschritte?
  • Wie bewerten die Erzieherinnen und Erzieher die Weiterentwicklung?

Für die Eltern und die Erzieherinnen und Erzieher gab es Fragebögen, die Kinder konnten über eine Skala mit Smileys ausdrücken, wie sie sich verbessert haben und ob sie mehr Freude an Bewegung verspüren.

„Bis heute wurden mit dem Projekt zwölf Kindergärten und somit insgesamt 780 Kindergartenkinder erreicht. In diesem Jahr werden sechs weitere Kindergärten mit dem Projekt starten, dann werden wir 2027 bereits 1.100 Kinder im Landkreis Gifhorn erreicht haben“, sagt Projektleiterin Janine Ahrends von der Gesundheitsförderung und Prävention des Landkreises Gifhorn. Insgesamt gibt es im Landkreis Gifhorn aktuell circa 113 Kitas.

Das Projekt beinhaltet zehn bis 15 Bewegungseinheiten, die einmal wöchentlich durchgeführt werden

Im Rahmen des Projekts erhalten Kitas aus dem Landkreis Gifhorn ein Angebot für mehr Bewegung, um die Gesundheit der Kinder spielerisch und gezielt zu stärken. Während des Projektzeitraums findet die Bewegungsförderung in mehreren kleinen Gruppen in der Kita statt. Das Projekt beinhaltet zehn bis 15 Bewegungseinheiten, die einmal wöchentlich pro Gruppe durchgeführt werden. Jede Trainingsstunde dauert circa 30 Minuten. Die Umsetzung erfolgt unter Berücksichtigung des Alters und der Entwicklung der Kinder, um ihnen auf spielerische Weise die Freude an Bewegung zu ermöglichen, ohne die Ziele des Projekts außer Acht zu lassen. In einer Gruppe befinden sich zehn bis 15 Kinder, die in die folgenden Altersgruppen eingeteilt werden: drei bis vier Jahre, vier bis fünf Jahre, fünf bis sechs Jahre und zukünftige Schulkinder.

Ziel des Projekts: Bewegung in die Kitas integrieren und mit bewegungsbezogenen Maßnahmen Nachhaltigkeit erzielen. Diesen Aspekt betont auch Marleen Stridde von der Audi BKK, die das Projekt finanziell unterstützt: „Ziel ist es, dass die Erzieherinnen und Erzieher lernen, wie sie nach der Projektphase die Bewegungseinheiten langfristig in den Kita-Alltag integrieren können. Die WHO empfiehlt 180 Minuten Bewegung im Kindergartenalter.“

Kindern, Eltern und Erzieherinnen und Erziehern soll die Bedeutung von Bewegung für die kindliche Entwicklung verdeutlicht werden. Das Gruppentraining soll die Kinder motivieren, sich wieder mehr zu bewegen. Denn Kinder haben zunehmend motorische Defizite. „Wir wollen mit dem Projekt ihre Motorik verbessern und Gesundheitsschäden durch Bewegungsmangel entgegenwirken“, betont Janine Ahrends.

Die Erzieherinnen und Erzieher der vier DRK-Kitas waren mit dem Bewegungsprojekt sehr zufrieden. Es lässt sich gut in den Kita-Alltag integrieren, lautet eines der Studienergebnisse. Nele Westphal, Fachbereichsleiterin Kinder, Jugend und Familie beim Kreisverband Gifhorn des DRK, hebt hervor: „Die Kinder waren durchweg begeistert von dem Projekt und entdeckten neben Fußball auch Eishockey als Sportart für sich, wozu sie vorher nicht unbedingt Zugang hatten. Neben der Beweglichkeit der Kinder in den vier untersuchten Kitas hat sich auch das Wir- beziehungsweise Mannschaftsgefühl enorm verbessert. Zudem ist der Ansporn einiger Kitas da, sich jetzt auch als Bewegungs-Kita zertifizieren zu lassen.“

Die Teilnahme an dem Projekt ist für Kitas, Kinder und Eltern kostenfrei und freiwillig 

Die Teilnahme an dem Projekt ist für Kitas, Kinder und Eltern kostenfrei und freiwillig. Die Kosten für die Intervention trägt die Audi BKK. Neben dem Gesundheitsamt des Landkreises Gifhorn, den Kitas und ihren Trägern sowie der Krankenkasse sind Trainerinnen und Trainer des VfL Wolfsburg und der Grizzlys Wolfsburg involviert. „Für uns als Verein ist natürlich auch die Rekrutierung von Nachwuchs ein Aspekt. Wir freuen uns jedoch grundsätzlich, dass wir die Kinder für Sport begeistern können – ob sie nun später Eishockey, Basketball oder Handball spielen“, sagt Norbert Blyszcz, Vorstandsmitglied der Young Grizzlys Wolfsburg. Miroslav Jenka trainiert die U20 und U13 bei den Grizzlys und fungiert als Trainer in dem Projekt „Bin ich auch noch klein – Bewegung muss sein“. Er sagt: „Wichtig ist, dass Sport den Kindern Spaß macht und ich sie als Trainer in die Bewegung auf dem Eis bringe. Ich sehe die Entwicklungsfortschritte der Kinder, dass sie beweglicher werden.“

Roy Präger, Vereinslegende des VfL Wolfsburg, der heute als Corporate Social Responsibility Manager und Markenbotschafter für den Verein tätig ist und zahlreiche soziale, integrative und gesundheitsfördernde Projekte in der Region begleitet, ergänzt: „Auch wir möchten zum einen den VfL Wolfsburg präsentieren. Unsere Projekttage im Stadion sind immer richtig toll. Zum anderen halten wir es für wichtig, den Spaß am Sport zu vermitteln. Es ist großartig zu sehen, wie sich die Kinder motorisch und in puncto Persönlichkeit entwickeln. Wir bleiben am Ball!“

Landrat Philipp Raulfs betont die Wichtigkeit des Bewegungsprojekts für den Landkreis: „Mein Dank gilt allen Projektbeteiligten und auch dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf für die wissenschaftliche Evaluation. Wir müssen in Kinder und Jugendliche investieren, das gilt für Bildung genauso wie für Bewegung. Für die Kinder ist es natürlich besonders spannend, Bewegung zusammen mit den Grizzlys oder dem VfL zu erleben. Die Studienergebnisse sind ein Erfolg für unser Projekt und untermauern, dass es auf jeden Fall fortgeführt werden sollte.“

Kreisrat und Gesundheitsdezernent Rolf Amelsberg sagt: „Mit dem Projekt ‚Bin ich auch noch klein, Bewegung muss sein‘ setzen wir genau dort an, wo Gesundheitsförderung am nachhaltigsten wirkt: bei unseren Kindern. Spielerische Bewegung stärkt nicht nur die körperliche Entwicklung, sondern auch Selbstvertrauen, Konzentration und das soziale Miteinander. Deshalb freue ich mich sehr, dass wir mit diesem Angebot Familien und Einrichtungen im Landkreis dabei unterstützen, schon früh die Freude an Bewegung zu fördern. Das ist eine wichtige Investition in die Gesundheit unserer jüngsten Generation.“

Die Kooperation mit dem UKE wird im Rahmen des Projekts „Bin ich auch noch klein – Bewegung muss sein“ fortgeführt.

28.05.2026