160.000 Euro für nachhaltiges Wassermanagement in der Region

Landkreis Gifhorn erhält EFRE-Förderung für Innovationsnetzwerk Wasser.

Bild vergrößern: Die Projektbeteiligten (von links) bei der Übergabe des Förderbescheids: Sören Brose aus der Abteilung Natur- und Landschaftsschutz des Landkreises Gifhorn, Rolf-Dieter Schulze, Samtgemeindebürgermeister Wesendorf, Dr. Ulrike Witt, Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Braunschweig, Kreisrätin und Umweltdezernentin Ute Spieler, Antje Präger, Leiterin des Fachbereichs Umwelt beim Landkreis Gifhorn, Dr. Franz-Josef Holzmüller, Leiter des Fachbereichs Bauwesen beim Landkreis Gifhorn, Klaus-Dieter Böse, Geschäftsführer des Landvolk-Kreisverbands Gifhorn-Wolfsburg, Annik Bechmann vom Regionalmanagement der Zukunftsregion SüdOstNiedersachsen, ihre ehemalige Kollegin und Mitinitiatorin Katja Theißen und Felix Plath vom Team Klimaschutzmanagement des Landkreises Gifhorn. Bild: © Landkreis Gifhorn
Die Projektbeteiligten (von links) bei der Übergabe des Förderbescheids: Sören Brose aus der Abteilung Natur- und Landschaftsschutz des Landkreises Gifhorn, Rolf-Dieter Schulze, Samtgemeindebürgermeister Wesendorf, Dr. Ulrike Witt, Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Braunschweig, Kreisrätin und Umweltdezernentin Ute Spieler, Antje Präger, Leiterin des Fachbereichs Umwelt beim Landkreis Gifhorn, Dr. Franz-Josef Holzmüller, Leiter des Fachbereichs Bauwesen beim Landkreis Gifhorn, Klaus-Dieter Böse, Geschäftsführer des Landvolk-Kreisverbands Gifhorn-Wolfsburg, Annik Bechmann vom Regionalmanagement der Zukunftsregion SüdOstNiedersachsen, ihre ehemalige Kollegin und Mitinitiatorin Katja Theißen und Felix Plath vom Team Klimaschutzmanagement des Landkreises Gifhorn.

Der Landkreis Gifhorn erhält für das Projekt „InnoNetz Wasser – Innovationsnetzwerk Wasser“ eine Förderung aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Die Landesbeauftragte Dr. Ulrike Witt überreichte den Förderbescheid an Ute Spieler, Kreisrätin und Umweltdezernentin des Landkreises Gifhorn.

Förderung stärkt regionale Zusammenarbeit

Die Förderung erfolgt im Rahmen des EFRE-Programms „Zukunftsregionen in Niedersachsen“ im Programmgebiet „Stärker entwickelte Region (SER)“. Sie dient dem Aufbau und der Weiterentwicklung regionaler Technologietransfernetzwerke.

Ziel des Projekts ist es, innovative Maßnahmen zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der Wasserressourcen zu entwickeln. Die Bürgerinnen und Bürger profitieren dabei von einer besseren Vorsorge gegen die Folgen des Klimawandels – etwa durch einen verbesserten Umgang mit Trockenperioden, Starkregenereignissen und Hochwasser. Gleichzeitig trägt das Netzwerk dazu bei, die natürlichen Lebensgrundlagen, die Landwirtschaft und die Wasserversorgung in der Region langfristig zu sichern.

Zuschuss von bis zu 159.907,38 Euro

Der Landkreis Gifhorn erhält einen Zuschuss von bis zu 159.907,38 Euro, was 40 Prozent der förderfähigen Gesamtausgaben in Höhe von bis zu 399.768,49 Euro entspricht. Der Landkreis Gifhorn beteiligt sich mit einem Eigenanteil von 60 Prozent an den Gesamtkosten. Nach Abzug der Personalkosten in Höhe von 182.407 Euro verbleibt ein Eigenanteil von rund 57.454 Euro. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Eigenleistung von etwa 19.151 Euro. Damit unterstreicht der Landkreis Gifhorn die Bedeutung eines nachhaltigen und zukunftsorientierten Handelns für die Region und ihre vielfältigen Interessensgruppen aus Landwirtschaft, Wasserwirtschaft, Naturschutz, Kommunen und Gesellschaft.

Wasser als zentrale Zukunftsressource

Wasser ist die Grundlage allen Lebens und eine unverzichtbare Ressource für Mensch und Natur. Gleichzeitig stehen die Wasserressourcen zunehmend unter Druck. Die Folgen des Klimawandels mit häufigeren Hitze- und Dürreperioden sowie zunehmenden Starkregen- und Hochwasserereignissen stellen Kommunen, Landwirtschaft und Umwelt vor neue Herausforderungen. Ein vorausschauendes Wassermanagement gewinnt daher immer mehr an Bedeutung.

Die Entwicklung der Grundwasserstände im landwirtschaftlich geprägten Landkreis Gifhorn wird seit Jahren aufmerksam beobachtet. Der steigende Nutzungsdruck durch Landwirtschaft, Siedlungsentwicklung und klimatische Veränderungen macht innovative und nachhaltige Konzepte für das Wassermengenmanagement erforderlich.

Erfolgreiches Netzwerk „Forum Wasser“ als Grundlage

Bereits im Februar 2023 wurde mit dem „Forum Wasser“ ein freiwilliger Zusammenschluss aus Verwaltung, Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und Naturschutz gegründet. Aus dieser Zusammenarbeit sind bereits zahlreiche konkrete Projekte hervorgegangen. Dazu zählen unter anderem der Einstau von Regenwasser in bestehenden Gräben, die Entwicklung von Handlungsempfehlungen für Kommunen zum Umgang mit Niederschlags- und Hochwasser in Siedlungsgebieten, eine Kooperationsveranstaltung zum Thema Heckenpflege gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und die Schaffung eines neuen Altarms an der Aller.

Ausbau zum Innovationsnetzwerk „InnoNetz Wasser“

Mit dem nun geförderten Projekt „InnoNetz Wasser“ sollen diese erfolgreichen Ansätze weiterentwickelt und auf eine langfristig tragfähige Grundlage gestellt werden. Ziel ist es, die bestehenden Kooperationen zu professionalisieren, stabile Netzwerkstrukturen aufzubauen und wissenschaftliche Expertise gezielt einzubinden.

Zu den wissenschaftlichen Partnern gehören die Technische Universität Braunschweig mit dem Institut für Siedlungswasserwirtschaft unter der Leitung von Professor Dr. Thomas Dockhorn sowie der Abteilung Hydrologie und Flussgebietsmanagement des Leichtweiß-Instituts für Wasserbau unter der Leitung von Professor Dr. Kai Schröter. Als weiterer wissenschaftlicher Partner ist die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Campus Suderburg, mit dem Institut für nachhaltige Bewässerung und Wasserwirtschaft im ländlichen Raum unter der Leitung von Professor Dr. Klaus Röttcher beteiligt.

Bild vergrößern: Dr. Ulrike Witt (rechts), Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Braunschweig, überreichte den Förderbescheid an Ute Spieler, Kreisrätin und Umweltdezernentin des Landkreises Gifhorn. Bild: © Landkreis Gifhorn
Dr. Ulrike Witt (rechts), Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Braunschweig, überreichte den Förderbescheid an Ute Spieler, Kreisrätin und Umweltdezernentin des Landkreises Gifhorn.

Wissenstransfer und Pilotprojekte für die Region

Ziel des Netzwerks ist die Entwicklung und Umsetzung innovativer Pilotprojekte mit Modellcharakter zur langfristigen Sicherung der Wasserverfügbarkeit und Wasserqualität in der Region SüdOstNiedersachsen. Gleichzeitig soll der Wissenstransfer zwischen Wissenschaft, Praxis, Kommunen und weiteren Akteuren gestärkt werden. Geplant sind hierfür Workshops, Fachveranstaltungen und Konferenzen, um neue Erkenntnisse und erfolgreiche Lösungsansätze breit in die Region zu tragen.

„Die Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels erfordert neue Wege der Zusammenarbeit und innovative Lösungen für den Umgang mit unserer wertvollsten Ressource – dem Wasser. Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, das erfolgreiche ,Forum Wasser‘ mit dem Förderprojekt ‚InnoNetz Wasser‘ weiterzuentwickeln. Die Förderung ermöglicht es uns, bestehende Kooperationen zu stärken, wissenschaftliche Expertise einzubinden und gemeinsam mit unseren Partnern zukunftsfähige Maßnahmen für die Wasserverfügbarkeit und Wasserqualität in unserer Region zu entwickeln. Damit investieren wir heute in die Lebensqualität und Versorgungssicherheit von morgen“, betont Kreisrätin und Umweltdezernentin Ute Spieler.

„InnoNetz Wasser ist ein hervorragendes Beispiel dafür, was die Zukunftsregion leisten kann: Regionale Herausforderungen gemeinsam anpacken, vorhandene Stärken bündeln und innovative Wege für die Zukunft öffnen. Mein großer Dank gilt allen Beteiligten, die dieses Projekt mit so viel Engagement und Weitblick tragen“, so Dr. Ulrike Witt, Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Braunschweig.

03.07.2026