Wasserstoffprojekt im Abfallwirtschaftszentrum Ausbüttel: Baubeginn

Das wasserstoffbasierte Energiespeichersystem ist ein Vorzeigeprojekt. 

Im Abfallwirtschaftszentrum Ausbüttel des Landkreises Gifhorn starten die Arbeiten zur Errichtung des wasserstoffbasierten Energiespeichersystems. Nach dem Abschluss langwieriger Vergabeverfahren im vergangenen Jahr konnten sämtliche Aufträge vergeben und Materialbestellungen ausgelöst werden. Optisch prägnantes Erkennungsmerkmal sind die zwei Wasserstofftanks mit jeweils einem Durchmesser von 2,80 Meter und einer Gesamthöhe von 17,50 Meter. Jeder Tank hat ein Fassungsvermögen von 90 Kubikmeter, was bei einem Druck von 45 bar einer Menge von rund 320 Kilogramm Wasserstoff entspricht. Wasserstoff-Speicher-Hersteller ist die Firma VAKO GmbH & Co. KG aus Kreuztal-Kredenbach. Am 26.03.2025 erfolgte die Aufstellung der Tanks in Nachbarschaft zur Umladehalle und dem daran angebundenen Technikgebäude.

Die Tanks wurden mit Spezial-Tiefladern in der Nacht zum 26.03.2025 an ihrem Zielort angeliefert. Mit Hilfe zweier Schwerlastkräne erfolgte die Entladung vom Tieflader und Aufrichtung auf dem Einzelfundament zur anschließenden Verankerung. Zur problemlosen Aufnahme jedes 41 Tonnen schweren Tanks musste hierfür jeweils ein Stahlbetonfundament (Maße L x B x H = 5 Meter x 5 Meter x 1 Meter) angelegt werden. Dieses erfolgte bereits in der Bauphase des Abfallwirtschaftszentrums.

Bild vergrößern: Wasserstoffprojekt Ausbüttel Bild: © Landkreis Gifhorn
Von rechts: Filippo Figari, Projektleiter bei der MSR-Innovations GmbH, Torsten Möllenbernd, Leiter des Abfallwirtschaftszentrums Ausbüttel, Landrat Tobias Heilmann und Vertreter der projektbeteiligten Unternehmen am Tag des Baustarts.

Mit dem jetzigen Aufstellen der Tanks beginnen auch die weiteren Firmen mit ihren Arbeiten. Die Wasserstofftechnik (Elektrolyseure, Brennstoffzellen) liefert die Firma H2 Core Systems GmbH aus Heide. Für die weiteren Gewerke konnten sich drei Gifhorner Firmen erfolgreich im Vergabeverfahren durchsetzen: Für die Technische Gebäudeausrüstung wird die Firma Calberlah Heizungsbau tätig sein. Für die Elektrotechnik und MSR-Technik (Messen/Steuern/Regeln) fand sich eine Bietergemeinschaft, bestehend aus den Firmen Steuerungstechnik Gifhorn und Elektro-Ohlhoff GmbH, zusammen. Mit dem Projektmanagement (Generalplaner) ist das Büro Lhotzky + Partner aus Braunschweig beauftragt. Der maßgebliche Koordinierungsaufwand obliegt dem Büro MSR-Innovations GmbH aus Kulmbach, das auch für die Detailplanung der Anlage insgesamt verantwortlich zeichnet. Unterstützung erfolgt durch das Büro Enatec Hannover GmbH, das den vollständigen Leitungsbau konzipiert hat.

Bild vergrößern: Von rechts: Filippo Figari, Projektleiter bei der MSR-Innovations GmbH, Torsten Möllenbernd, Leiter des Abfallwirtschaftszentrums Ausbüttel, und Landrat Tobias Heilmann stehen am Wasserstofftank. Bild: © Landkreis Gifhorn
Von rechts: Filippo Figari, Projektleiter bei der MSR-Innovations GmbH, Torsten Möllenbernd, Leiter des Abfallwirtschaftszentrums Ausbüttel, und Landrat Tobias Heilmann am Wasserstofftank.

„Ich bin stolz, dass wir im Abfallwirtschaftszentrum Ausbüttel mit dem wasserstoffbasierten, klimafreundlichen Energiespeicher- und Nutzungssystem eine Vorreiterrolle einnehmen. Für erfolgreichen ⁠Klimaschutz⁠ ist eine Wende weg von fossiler Energie hin zu erneuerbaren Energien notwendig. Wasserstoff dient im Abfallwirtschaftszentrum künftig als Sonnenspeicher zum Heizen für die kalten Wintermonate“, sagt Tobias Heilmann, Landrat des Landkreises Gifhorn.

Das Wasserstoffprojekt des Landkreises Gifhorn am Standort Abfallwirtschaftszentrum Ausbüttel wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert, da diese sogenannte „Quartierlösung“ ein Vorbild für Industrie und Gewerbe ist, klimafreundlich mit regenerativer Energie den Energiebedarf mit einer flexiblen Wasserstoffbereitstellung weitestgehend zu decken. Durch die Integration von Strom- und Wärmeversorgung wird die Energieeffizienz der Wasserstoffanlage optimiert und der Autarkiegrad des Abfallwirtschaftszentrums auf mehr als 90 Prozent erhöht.

Bild vergrößern: Wasserstoffprojekt Ausbüttel 02 Bild: © Landkreis Gifhorn
Optisch prägnantes Erkennungsmerkmal sind die zwei Wasserstofftanks mit jeweils einem Durchmesser von 2,80 Meter und einer Gesamthöhe von 17,50 Meter. Jeder Tank hat ein Fassungsvermögen von 90 Kubikmeter, was bei einem Druck von 45 bar einer Menge von rund 320 Kilogramm Wasserstoff entspricht.

Mit den Photovoltaikanlagen auf den Dächern des Abfallwirtschaftszentrums wird Strom produziert, der überwiegend zum Eigenverbrauch vorgesehen ist. Da Stromproduktion und Stromverbrauch jedoch schwanken und nicht korrelierend auftreten, ist für eine sinnvolle Nutzung eine Speichertechnik nötig. Hier fiel die Entscheidung für die Produktion von Wasserstoff, der in den jetzt errichteten Speichern gelagert wird. Dieser sogenannte „grüne“ Wasserstoff – er entsteht durch die Umwandlung von nicht genutztem Strom mit Hilfe eines Elektrolyseurs – wird später im Bedarfsfall wieder in Energie zurückverwandelt und im Abfallwirtschaftszentrum genutzt, zum Beispiel im Winter.

27.03.2025